Görlitzer STrassenbahn

Das Görlitzer Stadtverkehrsnetz  besteht derzeit aus 2 Straßenbahn- und 6 Buslinien. Betreiber ist seit dem 01.01.2019 wieder die Stadt selbst mit der neu gegründeten Görlitzer Verkehrsbetriebe GmbH.

Eigene Filmchen über die Görlitzer Straßenbahn findet ihr auf meinem Youtube-Kanal.

Hinweis zu meinen älteren Fotos: Die Linie 3 wurde am 06.01.2019 in Linie 1 umbezeichnet.

Das Straßenbahnnetz wird mit 14 tschechischen KT4D-Kurzgelenktriebwagen betrieben (1980er Baujahre), die Mitte der 1990er in eigener Werkstatt modernisiert wurden.

Linie 1: Weinhübel-Königshufen/Am Marktkauf          
Weinhübel Wendeschleife - Weinhübel Mitte Ausweiche -Weinertstr. - ab Sonnenland zweigleisig - Goethestr.  - Tierpark - Bhf Südausgang - Bahnhof - Hospitalstr. - Postplatz - Demianiplatz - Jägerkaserne - Heiliges Grab - Hohe Str. - Am Friedhof - Bolzehof - Königshufen-Mitte - Königshufen/Am Marktkauf Wendeschleife
Montag-Freitag:  05:30-20:00 alle 20 min / 20:30-24:00 alle 30 min
Samstag:          06:00-16:00 alle 20 min / 14:00-24:00 alle 30 min
Sonntag:           06:00-24:00 alle 30 min

Im Abendverkehr ab 20:00 fährt diese Linie in Königshufen halbstündlich wechselweise  die Endhaltestellen "Am Marktkauf" oder "Am Wiesengrund" an. Während der Schulzeiten wird die Linie 1 mit Doppeltraktion betrieben.

Linie 2: Biesnitz-Königshufen/Am Wiesengrund
Landeskrone Gleisdreieck - Grundstr. - Schollstr. Ausweiche - Bachstr. - Büchtemannstr. (Ausweiche) - Lutherstr. ab hier zweigleisig - Bhf Südausgang - Bahnhof - Hospitalstr.-Postplatz - Demianiplatz - Jägerkaserne - Heiliges Grab - Hohe Str. - Am Friedhof - Bolzehof - Königshufen/Am Wiesengrund Wendeschleife
Montag-Freitag:  05:30-19:30 alle 20 min

Samstag:          06:30-16:00 alle 20 min / 16:00-19:30 alle 30 min
Sonntag:           06:30-19:30 alle 30 min

Die Straßenquerungen in Weinhübel (Leschwitzer Str., Friedrich-Engels-Str., Erich-Weinert-Str., Julius-Motteler-Str., Weinberg), in der Südstadt (Zittauer Str. an der Jakobuskirche), die Querungen in der Innenstadt (Jakobsunterführung, Bahnhof, Jägerkaserne, Pontestr.) sowie die in Königshufen (Lausitzer Str., "Boulevard") sind mit Signalanlagen gesichert. Weitere Signalanlagen gibt es bei den Einfahrten in Werkstatt und Wagenhalle an der Zittauer Straße sowie am Bahnhof-Südausgang zur Absicherung des Rangierbetriebs. Gleiswechsel sind an der Jacobuskathedrale, am Südausgang, am Bahnhof, am Theater, an der Friedhof- u. Lausitzer Str. möglich.

Haltestellen:

Historische Fahrzeuge

Die VGG besitzt zwei Traditionswagen. Der TW "Bromberg" kam 1905 nach Görlitz und trägt die Nummer 29 - die Restaurierung erfolgte zur 900-Jahr-Feier der Stadt Görlitz, allerdings nicht in den Originalfarben. Die Nummer 23 ist ein von der WUMAG Görlitz (Typ T 26/28) produzierter Wagen, der in den 1980er Jahren restauriert wurde und für Sonderfahrten gemietet werden kann.

Weiterhin ist die VGG im Besitz eines "Partywagens", zu dem einer der drei in den 1990ern in Görlitz zum Einsatz gekommenen Düwag-GT 6 aus Mannheim umgebaut wurde.

2002 wurde von Görlitzer Straßenbahnfreunden in einer Gartensparte ein jahrzehntelang als Laube genutzter und deswegen noch verhältnismäßig gut erhaltener Pferdebahnwagen entdeckt, der von 1882-1897 in Görlitz im Einsatz war. Dieser Wagen konnte sichergestellt und mit Unterstützung der Unteren Denkmalschutzbehörde restauriert werden.
Kurze Filme von der Pferdebahn und viele weitere Straßenbahnfilme findet ihr auf meinem Youtube-Kanal.

Geschichte der Görlitzer Straßenbahn
Die Pferdebahn
 

Die „Görlitzer Straßeneisenbahn“  ging am 25.05.1882 auf dem 3,2 km langen Abschnitt Nikolaigraben-Jüdenring (Hugo-Keller-Str.)-Grüner Graben-Obermarkt-Steinstr.-Postplatz-Bahnhof in Betrieb. Am 04.06.1882 folgte die Strecke Kaisertrutz-Klosterplatz-Bismarckstr.-Moltkestr.-Blockhaus-Bahnhof, die noch im Juni bis zum Schützenhaus verlängert wurde (Gesamtlänge 3,7 km). Am Ende des Nikolaigrabens an der Hotherstr. befand sich der in Fachwerkbauweise errichtete Wagenschuppen für die damals 10 Hänger. Die Ställe für die 42 Pferde befanden sich auf dem Gelände des Gasthofs „Zur Sonne“ am Demianiplatz. Der Abschnitt an der Blockhausstraße wurde wegen der starken Steigung teilweise dreispännig befahren.

Am 12.05.1883 ging das Teilstück vom Ober- zum Untermarkt in Betrieb (400 m). Ab 01.10.1883 wurde das Stück Grüner Graben-Nikolaigraben nicht mehr planmäßig befahren, aber noch weiter als Betriebsgleis zum Wagenschuppen genutzt. Im April 1889 entstand dann ein neuer Betriebshof an der Bahnhofstr. 29, der dann auch noch die ersten Jahre von der „Elektrischen“ genutzt wurde.
Am 23.09.1890 ging die gesamte Ringbahn (4 km) in Betrieb: Bahnhof-Blockhaus-Moltkestr.-Klosterplatz-Obermarkt-Kaisertrutz-Bautzener Str.-Landeskronstr.-Leipziger Str.-Salomonstr.-Bahnhof. Der Abschnitt Kaisertrutz-Jägerkaserne wurde stillgelegt.
 Zum Ende hatte das eingleisige mit Ausweichen versehende Pferdebahnnetz eine Streckenlänge von 6,9 km und einen Bestand an 12 Hängern und 58 Pferden – die Geschwindigkeit betrug 9 km/h bei einer Spurweite von 1.435 mm.

Die "Elektrische"
Am 01.10.1896 übernahm die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) Berlin den Betrieb, spurte die Strecken von Normalspur auf 1.000 mm Spurweite um, lieferte die Anlagen zur Stromversorgung der Bahnanlagen sowie der Triebwagen, die in der Görlitzer Waggonbaufabrik Christoph Lüders gebaut wurden. Die Strecken wurden über die Reichenberger Brücke (heutige Stadtbrücke) bis zum Gasthof „Stadt Prag“ in der Oststadt  und von der Ecke Landeskronstr. über die Leipziger Str. und die Rauschwalder Str. bis fast an den Bahnübergang der Berlin-Görlitzer Eisenbahn (die Unterführung gab es noch nicht) in Höhe des dann 1905 errichteten Kreisbahnhofs verlängert. Wahrscheinlich fällt in diesen Zeitraum auch die Verlegung der Gleise von nördlich des Kaisertrutzes an die Südseite des Theaters, ist aber nicht mehr genau datiert nachweisbar.

 

Im Dezember 1897 war es dann endlich soweit – die Görlitzer Straßenbahn nahm ihren Betrieb mit 3 Linien auf: 

 I  Untermarkt –Postplatz-Bahnhof-Schützenhaus

 II  Ringlinie

III  Rauschwalder Str.-Demianiplatz-Reichenberger Brücke-Gasthof „Stadt Prag“

Am 20.05.1898 wurde ein weiteres Teilstück bis zum Jüdischen Friedhof eingeweiht, der Sechsstädteplatz wurde im Verlauf der Kamenzer Str. von der Linie IV vom Postplatz kommend umfahren. 1899 gab es bereits einen Bestand an 30 baugleichen Triebwagen. Am 18.05.1900 erfolgte die Verlängerung der Linie III durch die Schenkendorfstr. bis nach Moys.

Anlässlich der 1905 stattfindenden Niederschlesischen Industrie- und Gewerbeausstellung  wurde ein provisorischer Linienbetrieb mit von anderen Unternehmen geliehenen Fahrzeugen vom Postplatz aus durchgeführt. Dazu wurde auf der Schmidtstr. (heutige Braillestr.) eine 75 m lange Ausweiche geschaffen und ein 250 m langes Verbindungsstück im Verlaufe der Viktoriastr. am östlichen Neißeufer zur Gedenkhalle verlegt. Im gleichen Jahr erfolgte die Inbetriebnahme des noch heute benutzten Straßenbahndepots an der Zittauer Straße.

1906 wurden mehrere Umbauten durchgeführt – die doppelgleisige nördliche Postplatzumfahrung ging in Betrieb, ebenso wurden der Demianiplatz doppelgleisig ausgebaut und der Sechsstädteplatz erhielt eine zweite Umfahrung. 1907 ging die Strecke zum Krankenhaus in Betrieb und es wurden seit dem Vorjahr arabische Ziffern zur Linienkennzeichnung verwendet.

1  Krankenhaus - Schützenhaus

2  Ringlinie

3  Rauschwalder Str. – Moys

4  Untermarkt – Landeskrone

1915 wurde der Ringbahnbetrieb eingestellt und die nicht mehr benötigten Gleisanlagen zurückgebaut. Das Material wurde teilweise für spätere Streckenneubauten verwendet, so für die Gütergleise ins Krankenhaus (Kohlelieferung von der Rauschwalder Str.) und in die Getreidehandlung Zwahr am Grünen Graben. 1921 wurde die Strecke vom Kreisbahnhof  durch die neue Bahnunterführung bis nach Rauschwalde verlängert.

1928 besaß die Görlitzer Straßenbahn 26 Trieb-, 25 Bei-, 6 Güter- und 8 Spezialwagen bei 133 Beschäftigten. Damit wurden in diesem Jahr über 4 Millionen Fahrgäste befördert.

1930 ging die neue Strecke nach Leschwitz  (ab 1936 im Rahmen der Germanisierung Weinhübel) in Betrieb, Endstelle war am Schweizer Haus.

1  Krankenhaus – Leschwitz (5 km)

2  Untermarkt – Landeskrone (7,5 km)

3  Rauschwalde – Moys (5 km)

In den 30er Jahren erfolgte der zweigleisige Ausbau der Innenstadt, die Gleise am Sechsstädteplatz wurde mittig verlegt und das Teilstück von der Leipziger Str. - Rauschwalder Str. wurde rückgebaut. Die Strecke wurde neu über Brautwiesenplatz und –str. geführt. 1939 erfolgte mit der Neupflasterung von Ober- und Untermarkt die Stilllegung der Strecke zum Rathaus.

1  Weinhübel – Rauschwalde

2  Krankenhaus – Landeskrone

3  Hindenburgplatz (Postplatz) – Moys

4  Hagsphilstr. (Friedhofstr.) – Büchtemannstr.

5  Kreisbahnhof – Stadt Prag

In den Kriegsjahren kamen teils französische Kriegsgefangene als Fahrer zum Einsatz, die durch ihren rasanten Fahrstil bekannt waren. Die Scheinwerfer der Bahnen wurden mit Schlitzmasken verdunkelt und die Innenraumbeleuchtung mit blauen Glühlampen ausgerüstet. Der nicht benötigte Fuhrpark wurde dezentral abgestellt, um mögliche Kriegsschäden so gering wie möglich zu halten.

Am Abend des 07.05.1945 sprengten die sich zurückziehenden deutschen Truppen alle Neißebrücken, so dass ein Teil des Fuhrparks in der Oststadt verblieb. Durch teils starke Zerstörungen der Streckenabschnitte nach Einmarsch der sowjetischen und polnischen Truppen besonders in Weinhübel und durch die Treffer am Jakobstunnel und der Ecke an der Jakobuskirche wurde der Straßenbahnbetrieb am 09.05.1945 vorerst eingestellt.

Straßenbahn ab 1945
Anfang Juni begannen einige Mitarbeiter mit den Aufräumarbeiten und Reparaturen, so dass wieder zwei Linien mit Solotriebwagen im 20-Minuten-Takt in Betrieb gehen konnten:
Schützenhaus - Demianiplatz und Büchtemannstr. - Stadthalle. 

Liniennetz ab 30.06.1946 :

1   Rauschwalde – Weinhübel

2   Landeskrone – Krankenhaus

3   Stadthalle – Büchtemannstr.

Es begann in den 50er Jahren ein starker Straßenbahnverkehr mit teilweise 5 Linien und einmalig für Deutschland übernahm die Bahn auch die Postbeförderung vom Postamt 1 nach Biesnitz, Rauschwalde und Weinhübel. Dazu wurde den planmäßigen Fahrten die Postsäcke mitgegeben, die die Fahrer dann in bereitstehende verschließbare Kästen in den Stadtteilen warfen. Teilweise wurde in dieser Zeit sogar ein dreiteiliger Betrieb mit zwei Beiwagen gefahren.

Ab Mitte der 50er kamen auch die ersten Neubaubahnen LOWA-Bauart und später dann die Gothaer zum Einsatz. Da diese ab 1962 nur noch als Einrichtungswagen hergestellt wurden, wurde die Strecke am Krankenhaus 1964 um 300 m zur Virchowstr. verlängert und mit einer Wendeschleife versehen. Da dies an der Landeskrone aus Platzgründen nicht möglich war, entstand dort ein Gleisdreieck. Ab 01.01.1965 konnten somit die ersten Einrichtungswagen in Görlitz in Betrieb gehen.

Ab Juli 1966 wurde die Strecke vom Platz der Befreiung (Postplatz) zur Stadthalle nur noch im SEV betrieben, am 01.01.1967 stillgelegt. Die Fahrzeuge verschlissen zusehends und es mehrten sich die Anzeichen für eine Einstellung des Straßenbahnverkehrs, zumal Görlitz inzwischen auch ein dichtes Busnetz besaß. Diese Gedankenspiele wurden aber bedingt durch die Ölkrise Ende der 70er fallengelassen, die Strecken aber weiter auf Verschleiß gefahren. 

Ab 01.01.1982 gehörten die Verkehrsbetriebe zum  VEB Kraftverkehr Görlitz, Betrieb des Kombinats VEB Kraftverkehr Dresden. Erste Maßnahme war der Bau einer Wendeschleife an der Goethestr. (Haus der Jugend) und die Stilllegung der Strecke von dort nach Weinhübel am 23.05.1982. 1986 ging die Trasse ins Neubaugebiet Königshufen in Betrieb, abzweigend von der Heiligen-Grab-Straße.  1987 wurde schrittweise der Abschnitt Demianiplatz-Rauschwalde stillgelegt. Gleichzeitig begann der Neubau der Strecke nach Weinhübel bis zur Haltestelle Weinhübel-Nord, später bis zur Wendeschleife an der Julius-Fucik-Str. (heute Stauffenbergstr.).

1983 traf der erste Kurzgelenktriebwagen KT4-D in Görlitz ein, weitere Fahrzeuge dieses Typs folgten erst 1987. Diese TW wurden zunehmend auch in Doppeltraktion eingesetzt, was zu teilweisen Überlastungen von Oberbau und  Bahnstromversorgung führte, die erst durch umfangreiche Sanierungen behoben werden konnten.

Liniennetz 1988:

1   Haus der Jugend – Königshufen

2   Landeskrone – Königshufen

3   Büchtemannstr. – Virchowstr.

4   Demianiplatz – Königshufen (Eillinie in Doppeltraktion)

5   Weinhübel – Königshufen

Straßenbahn ab 1990

Anfang der 1990er Jahre ging die Straßenbahn in den Besitz der Stadtwerke Görlitz über. Es wurden starke Investitionen getätigt, um einen effektiven und modernen Straßenbahnverkehr am Leben zu erhalten. Ende 1991 ging der komplette Streckenabschnitt nach Weinhübel bis zur Wendeschleife an der Staufenbergstraße in Betrieb.

1993 wurde der Abschnitt von der Hospitalstraße zum Bahnhof erneuert. Nach Schaffung einer Freiabstellanlage mit Durchlaufwaschanlage neben dem Tierpark wurde die alte Wagenhalle zu einem modernen Werkstattkomplex umgebaut (1993). 1994 wurde der noch eingleisige Abschnitt am Betriebshof zweigleisig ausgebaut. In den Jahren 1994/95 erfolgte der Austausch aller Gleisbögen ab dem Abzweig an der Friedhofstraße bis zur Wendeschleife Wiesengrund sowie die Rekonstruktion des Teilstücks Sechsstädteplatz-Fröbelstr. mit Bau beidseitiger Bahnsteige sowie Rekonstruktion der gesamten Fahrleitungsanlage bis zur Landeskrone (Hochkettenfahrleitung). 1995 wurden auch noch die Gleisbögen am Theater und Kaufhaus ausgewechselt sowie das gesamte Gleisdreieck am Postplatz erneuert. Zeitgleich erfolgte von 1992 bis 1996 die Rekonstruktion der 16 KT4D-Wagen in der eigenen Werkstatt – die letzten Gothaer waren Mitte 1992 ausgeschieden. Drei KT4D von Cottbus wurden nach der Sanierung in Prag hinzugekauft. Ende 1995 wurden die Abstellgleise am Tierpark überdacht. 1996 wurde die „Verkehrsgesellschaft Görlitz“ (VGG) als Tochterunternehmen der Stadtwerke gegründet.

2000 wurde bei der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes die Haltestelle aus der Berliner Straße wieder an ihren alten Standort zurückverlegt und die Bahn erhielt auf der Bahnhofstr. einen eigenen Gleiskörper. Von 2001 bis 2005 wurden im Zuge der Sanierung der Promenadenstraße auch der restliche Abschnitt zur Landeskrone saniert und mit beidseitigen Bahnsteigen in Doppeltraktionslänge versehen. Dabei fiel die Ausweiche an der Grundstraße weg und die Ausweiche an der Geschwister-Scholl-Str. wurde etwas stadteinwärts verlegt, um den Kreuzungsbereich sicherer zu machen. Die Bahnsteige Biesnitzer Str. und Büchtemannstr. wurden ebenfalls verlängert.

2001 übernahm die Connex AG (Veolia-Gruppe) die Straßenbahn. Im selben Jahr begann der Bau einer neuen Strecke zum Marktkauf vom Abzeig an der Haltestelle „Alexander-Bolze-Hof“ aus. Geplant war eine Verlängerung über die Nieskyer Straße bis zum Klinikum, um die marode Strecke der Linie 2 vom Netz nehmen zu können. Davon redet mittlerweile niemand mehr, erst recht nicht von dem Neubau nach Rauschwalde und der visionären Strecke über die Stadtbrücke in die Oststadt.

Am 18.01.2002 wurde dieser vorerst letzte neue Streckenabschnitt in Betrieb genommen. Die Haltestellen Bolze-Hof, Schlesische Str. und Am Marktkauf wurden mit Videoüberwachung und elektronischen Fahrzielanzeigern ausgestattet, die allerdings inzwischen defekt sind.

Liniennetz ab 2002:

1 Weinhübel – Königshufen Am Wiesengrund (6,7 Km)

2 Landeskrone – Virchowstraße (7,1 km)

3 Weinhübel – Königshufen Am Marktkauf (7,0 km)

2003 wurde der Haltestellenbereich Demianiplatz umgestaltet, sodass jetzt ein einfacheres Umsteigen zwischen Bahn und Bus möglich ist. Im Dezember 2004 kam das Aus für den Streckenabschnitt Friedhofstr.-Virchowstr., dieser Bereich wird heute von der Buslinie B (von Rauschwalde über Demianiplatz) abgedeckt.

Trauriger Höhepunkt der Sparmaßnahmen (da die Straßenbahn wegen der eigenen Infrastruktur teurer als der Bus ist und immer noch von der Stadt stark bezuschusst werden muss) war der Fahrplanwechsel am 18.07.2008. Die Buslinien C und D sowie der Abendverkehr der Linie 2 wurden gestrichen, die Nachtbuslinie N von Rauschwalde über Bahnhof Südausgang nach Biesnitz gelegt sowie die Taktzeiten weiter verkürzt.

 

Liniennetz ab 2019:

Mit der Gründung der GVB wurden die Straßenbahnlinien umnummeriert.

1 Weinhübel – Königshufen Am Marktkauf

2 Landeskrone - Königshufen Am Wiesengrund

Im Abendverkehr fährt die Linie 1 im halbstündigen Wechsel in Königshufen die Endhaltestellen Am Marktkauf und Am Wiesengrund an. Die Buslinie N fährt stündlich von der Landeskrone über Bahnhof Südausgang nach Rauschwalde und zurück.

 

Buslinien:

A Landskronsiedlung - Demianiplatz - Hochschule

B Rauschwalde - Bf Südausgang - Demianiplatz - Virchowstraße

C (Rufbus Mo-Fr) Demianiplatz - Königshufen - Windmühlenweg

D Hochschule - Bahnhof - Demianiplatz - Klingewalde

E Weinhübel - Hagenwerder - Tauchritz

F Weinhübel - Kunnerwitz - Kleinneundorf - Kunnerwitz - Biesnitz - Rauschwalde

 

Spuren ehemaliger Strecken   (gesammelt ab 2011)

der letzte auf der Nordseite des Demianiplatzes erhaltene Oberleitungsmast der Görlitzer Ringbahn von 1897

Strecke zum Untermarkt

Strecke zur Rauschwalder Str.

Strecke nach Moys - ab 1945 nur noch bis zur Stadthalle

Strecke nach Rauschwalde

Strecke zum Krankenhaus

Postplatz Südumfahrung und Endhaltestelle vor dem Gericht (verschwand 2017/18 mit der Sanierung des Postplatzes)

Sechsstädteplatz-Umfahrung

Ringbahn